Für Hörstel gehört sie zum Stadtbild, die Ludgerus-Sporthalle an der Ibbenbürener Straße. Mit dem Bau der Halle vor 50 Jahren öffnete sich der SC Hörstel, der bis dahin ein reiner Fußballverein war, weiteren Sportarten. Im Oktober 1970 nahm die Ludgerus-Sporthalle ihren Sportbetrieb auf und brachte dem SC einen enormen Aufschwung.

In der Festschrift zum 75jährigen Bestehen des SC Hörstel heißt es: „09. Oktober 1970! Ein Datum, das man nach der Vereinsgründung vor 75 Jahren als den zweiten Geburtstag des SC Hörstel bezeichnen kann. Ein Datum, das die Vereinsgeschichte mit der Übergabe der Ludgerus-Sporthalle neu prägte! Innerhalb eines Jahres expandierte die Mitgliederzahl des SC Hörstel von 241 auf über 800! In Hörstel stand ab dieser Zeit der Sport im Mittelpunkt. Allen Bürgern – von zwei bis über 70 Jahren – bot der SC Hörstel Gelegenheit zur sportlichen Betätigung.“

Weiter ist dort zu lesen, dass die Halle seinerzeit nicht die größte, wohl aber die modernste im Kreis Tecklenburg war. Gut ein Jahr hatte die Bauzeit betragen, die Kosten beliefen sich auf rund 1,2 Millionen DM. Als technische Raffinesse wird der Trennvorhang genannt, der die Halle teilbar macht zu einem- und zwei Drittel. So können verschiedene Gruppen gleichzeitig trainieren. Außerdem bekam die Turnhalle eine ausfahrbare Tribüne, die mehreren hundert Personen Platz bietet.

Zur Eröffnung der Zweifachturnhalle organisierte und moderierte der damals zweite SC-Vorsitzende Alfons Grothus eine große Sportveranstaltung, die auch zeigte, welche Möglichkeiten diese neue Halle bietet. „Es war viel Arbeit“, erinnert er sich 50 Jahre danach. „Wir hatten keine Sparten, die in der Halle etwas vorführen konnten. Deshalb haben wir auswärtige Turngruppen eingeladen. Diese waren bereit, ihr Können zu zeigen, und so dem SC zu einem guten Start zu verhelfen.“ In Hörstel gab es damals einige Damen, die in der Bevergener Sporthalle mit Bevergerner Damen Volleyball gespielt haben. Auch sie bestritten auf der Eröffnungsfeier ein Volleyball-Spiel gegen die Bevergerinnen.

Der erste Hallennutzungsplan trat am 1. November 1970 in Kraft. Daraus ist ersichtlich, dass die Halle von montags bis freitags von 15.30 Uhr bis 21.45 Uhr komplett belegt war. Neben SC Sportgruppen trainierten dort auch die katholische Jugend Hörstel, der DJK TT Verein Gravenhorst, die Lehrer-Arbeitsgemeinschaft Hörstel, die DJK Ostenwalde, Kindergartenkinder, die Berufschullehrer-Arbeitsgemeinschaft Ibbenbüren und Tennis Rot-Weiß Rheine. Vormittags war die Halle für den Schulsport reserviert.

Der Zulauf gleich von Beginn an war überwältigend. Neue Sparten wurden gegründet. Der damalige erste Vorsitzende des SC Hörstel, Heinrich Homm, und Alfons Grothus suchten Trainerinnen und Trainer. Grothus war selbst als Trainer bei den Handballern tätig.

Ludgerus Sporthalle 2020 IVZ
Die Ludgerus-Sporthalle Hörstel (Foto: Marianne Sasse / IVZ)

Sogar Ballett, Tischtennis und Trampolin wurden angeboten, letzteres sogar mit sehr großen Erfolgen. Diese drei Sportarten wurden aber nach einigen Jahren eingestellt.
Auch die Hörsteler Frauen freuten sich über die Möglichkeit der sportlichen Betätigung. 320 Frauen kamen zum ersten Übungsabend des Frauenturnens, gleich am Dienstag nach der Eröffnung der Halle. Da diese nicht alle gemeinsam Sport treiben konnte, teilten die Übungsleiterinnen Irene Widok und Erika Fiedler die Frauen in vier Gruppen auf, die nacheinander, und dank des Trennvorhangs, auch in zwei Gruppen nebeneinander, Sport trieben. Noch heute besteht diese Turnangebot dienstagsabends in der Ludgerus-Sporthalle. Die Anzahl der teilnehmenden Frauen liegt aktuell bei gut 20. Es sind aber immer noch Turnerinnen der ersten Stunde dabei.

Hatte es vor rund 75 Jahren schon eine Damen-Feldhandballmannschaft gegeben, die sogar zu den Spitzenteam der Bezirksklasse zählte, wie es in der genannten Festschrift nachzulesen ist, wurde im Oktober 1970 im SC eine Handballsparte gegründet, denn nun war es möglich, Hallenhandball zu spielen.

Die Fußballer hatten bis zur Eröffnung der Ludgerus-Sporthalle in der Dreierwalder Halle trainiert, aufgrund der Größe konnten sie aber nur Sitzfußball spielen, weiß der damalige Fußballobmann Ferdi Sendes. In der neuen Halle konnten die Fußballer dann richtig spielen und trainieren. Als legendär bezeichnet Sendes die IVZ-Turniere für Altherrenfußballer, die immer in Hörstel, und bis zum Bau der Harkenberg-Sporthalle, in der Ludgerus-Sporthalle vor vollen Rängen ausgetragen wurden.

Auch Tennis war nun möglich, vor allen an den Wochenenden, wenn keine Veranstaltungen in der Ludgerus-Halle waren. Wie es in der Festschrift heißt, waren die wenigen Hallenstunden hieß umkämpft.

Die Volleyballerinnen, die bislang nach Bevergern gefahren waren, wollten nun ebenfalls in der neuen Halle trainieren. Da die Hallenzeiten knapp waren, durften sie an einem Vormittag in der Woche eine Schulstunde mit der großen Pause für ihr Training nutzen.

Einige Namen sind eng mit der Ludgerus-Sporthalle verbunden. Stellvertretend für alle werden hier Irene Widok genannt, die lange Zeit Kinder und Jugendliche im SC und 44 Jahre lang die Frauen trainierte, daneben die Hobby-Volleyballerinnen, und die zudem das Sportabzeichen betreute; Erika Fiedler, die ebenfalls Frauen und Kinder trainierte und die Trampolingruppe zu größten Erfolgen führte, Erika Feldhaus, die 20 Jahre Übungsleiterin des Turnens für kleinere Kinder war und von „ihren“ Kinder gerne auch „Tante Turnhalle“ genannt wurde, und Ernst Eydam, der viele Jahre das Männerturnen leitete. Erster Hausmeister war Josef Kerk, „der es mit Begeisterung war“, weiß Grothus noch 50 Jahre später. Hubert Schramm war der erste Hallen-Koordinator, der die Hallenstunden vergab, was nicht immer einfach war, wie er sich erinnert, da die Lugerus-Sporthalle die einzige große Halle in Hörstel war, und die Hallenstunden sehr begehrt waren.


Ibbenbürener Volkszeitung, 10.09.2020
Marianne Sasse (Autorin)
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